Das Jahreskonzert im April unter dem Motto „10 Jahre Rolli Zaugg – The Best of…„ versprach ein Déjà-Vu mit den beliebtesten Stücken der Ära Zaugg. Die Evergreens und Ohrenwürmer fanden beim zahlreichen Publikum viel Zuspruch. Im Bereich der Ehrungen konnten mit Marcel Blunschi als Kantonalen Ehrenveteran (50 Jahre) und Christoph Stenz als Eidg. Veteran (35 Jahre) zwei verdiente Mitglieder geehrt werden. Ein weiteres Highlight war auch die Ehrung von Rolli Zaugg für verdienstvollen 10 Jahre am Dirigentenpult. In Form einer goldenen Schallplatte und einer persönlichen Widmung wurde sein Einsatz zum Wohle des Vereins entsprechend gewürdigt. Nicht zu vergessen gilt, dass ab sofort eine eigens komponierte Polka – die HAROLIZA – den Namen des Vereines mit den Initialen des Dirigenten gemischt, trägt. Das absolute Jahresziel stand anfangs Juni auf dem Programm. Das Eidg. Musikfest in Montreux. Wie in St. Gallen vor 5 Jahren meldeten sich der Verein wiederum in der Kategorie „Unterhaltungsmusik Mittelstufe“ an. Mit einem Medley von fetzigen Stücken, gepaart mit kleinen Showeinlagen, wollte die HMR die Jury und das Publikum rocken. Das Motto „So excited“ – auf Deutsch „So aufregend“ liess bei der Stückwahl viel Abwechslung zu. Gutgelaunt und bestens vorbereitet machte sich eine halbe Hundertschaft Musikanten mit Anhang auf Richtung Gestade des Lac Léman. Der Wettergott war aber alles andere als ein Musikantenfreund. Bereits auf der Fahrt nach Montreux goss es wie aus Kübeln. Mit dem Riesencar irrte die HMR aufgrund fehlender Beschilderungen durch halb Montreux, bis selbst die Polizei ein Einsehen hatte und den Verein mit Blaulicht-Eskorte durch die Nadelöhre der engen Zufahrtsstrassen lotste. Nicht mal ein „Täfelibueb“ war vor Ort, welcher die aufkommende Nervosität hätte nehmen können. So wurden eiligst die Instrumente in ein unzumutbar kleines Instrumentendepot verschoben, die Tenüs für die Marschmusik erstellt und auf den Sondershuttlebus gewartet. Doch wie es halt kommen musste: Die welsche Lässigkeit versagte auch hier nicht. Kein Bus da, der Fototermin bereits vorbei… und die Marschmusikstrecke noch 8 km entfernt. Der Wettlauf mit der Zeit begann. Gerade noch rechtzeitig richteten sich die Musikantinnen und Musikanten auf der Paradestrecke für den Marsch „Gruss an Bern“ ein, als Petrus einen weiteren Kübel Regenwasser leerte. Nass wie die Pudel ging‘s dann los – unser Abenteuer Montreux. Eine ganz passable Bewertung war der Lohn für die sehr gute Leistung. Die HMR hat den widrigen Umständen stolz getrotzt. Das nachfolgende Showkonzert kann getrost als etwas vom Besten gepriesen werden, was die Formation je gespielt hat. Ein jeder hat sicher eine ausgezeichnete Performance geleistet und erwartungsvoll die Bewertung abgewartet. Leider hat die 3-Köpfige Jury den Vortrag nicht mit der gleichen Euphorie honoriert. 87 Punkte waren das Verdikt. Somit war klar, dass wir im Cupsystem ausgeschieden waren. Das Ziel, der bestbewertete Aargauer Verein zu sein, verpassten wir ebenfalls haarscharf. Trotzdem: Wir dürfen absolut stolz sein, auf das was wir musikalisch geleistet haben!
Das Fest der Pleiten, Pech und Pannen fand dann noch weiter Fortsetzung. Sei es im schlecht organisierten Instrumentendepot im 2M2C, fehlender Feststimmung in den Beizli am See und sogar die Koordinaten für die Unterkunft in Vevey waren falsch, so dass spät abendlich noch vereinzelte Musikergrüppli aus Rohrdorf im nasskalten Vevey gesichtet wurden.
Der Empfang in Niederrohrdorf am nächsten Sonntag war wenigstens von viel Volk und blauem Himmel gesegnet. Ein würdiger Ausklang eines wahrlich geschichtsträchtigen Eidgenössischen! Das Fischessen kann ebenso als denkwürdig klassifiziert werden, da nebst einem tollen Konzert für die Jubilaren, einer vollen Vereinskasse leider auch Nebenerscheinungen in Form von erkrankten Besucherinnen und Besucher zu beklagen waren. Da lag es auf der Hand, der Menükarte Schuld zu geben… Der Verein kann aber mit Recht behaupten, dass der Anlass wohl eine der übelsten Krankheitswellen am Rohrdorferberg überschnitten hat. Das Konzert in der Kirche fand erstmals seit längerem wieder einmal im St. Martin in Oberrohrdorf statt, dies aufgrund einer Terminfriktion in der Kirche in Niederrohrdorf. Das Publikum lief in Scharen auf und der Verein vermochte musikalisch vollends zu überzeugen.